DSL Speedtest richtig durchführen: Verlässliche Messungen
Ein DSL Speedtest gibt Aufschluss über die tatsächliche Geschwindigkeit des Internetanschlusses. Doch viele Nutzer erhalten verfälschte Ergebnisse, weil sie über WLAN messen oder andere häufige Fehler machen. Mit wenigen Handgriffen und dem richtigen Aufbau bekommen Sie verlässliche Messwerte, die Ihrer vertraglichen Geschwindigkeit entsprechen.
Warum LAN-Kabel der Goldstandard sind
Die direkteste Verbindung zwischen Computer und Router ist das Ethernet-Kabel, auch LAN-Kabel genannt. Eine kabelgebundene Messung liefert die reinste Geschwindigkeit ohne Störfaktoren. Das Signal durchläuft keine Wände, keine Funkwellen und keine Interferenzen durch andere Geräte.
WLAN hingegen steht unter permanentem Druck: Die Funk-Reichweite lässt nach, je weiter Sie vom Router entfernt sind. Nachbarwlan-Netzwerke, Mikrowellen und Bluetooth-Geräte können das Signal schwächen. Selbst wenn Sie direkt neben dem Router sitzen, kann WLAN bis zu 30 Prozent langsamere Messwerte zeigen als die echte verfügbare Leitung. Wer seine DSL-Geschwindigkeit ernst nimmt, nutzt für den Test ein LAN-Kabel.
Der richtige Messaufbau schritt für schritt
Verbinden Sie einen Computer oder Laptop direkt mit dem Router via LAN-Kabel. Ein Desktop-PC ist ideal, da Laptops oft schwächere Netzwerk-Hardware haben und zugleich stromgespart sind. Schließen Sie das Kabel in einen freien LAN-Port des Routers an, nicht in den WAN-Port, über den das DSL-Signal reinkommt.
Starten Sie den Computer neu, damit die kabelgebundene Verbindung vollständig aufgebaut ist. Öffnen Sie dann einen Browser, deaktivieren Sie alle im Hintergrund laufenden Programme und schließen Sie Video-Streaming, Downloads und automatische Updates. Je weniger Datenverkehr parallel läuft, desto aussagekräftiger ist das Ergebnis.
Navigieren Sie zu einem unabhängigen Speedtest-Portal und starten Sie die Messung. Lassen Sie den Test vollständig durchlaufen, ohne die Seite zu wechseln oder den Browser zu nutzen. Nach wenigen Sekunden sehen Sie Download- und Upload-Geschwindigkeit sowie die Latenz (Ping).
Häufige Fehler, die das Ergebnis verfälschen
Viele Nutzer messen über WLAN und wundern sich dann, dass die Werte unter dem vertraglich zugesicherten Tempo liegen. Das ist kein Ausbau- oder Anschluss-Problem, sondern ein Funk-Problem. Mit LAN-Kabel würde die Messung deutlich besser ausfallen.
Ein weiterer typischer Fehler ist die Messung während aktiver Hintergrund-Nutzung. Wenn der Computer gerade eine Software-Update herunterlädt, Ihr Smartphone über WLAN Videos streamt oder ein anderes Gerät Daten synchronisiert, sinken die Messwerte künstlich. Der Test wird zur Schnappschuss-Aufnahme statt zur echten Leistungsmessung. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle: In der Stoßzeit abends können Netze lokaler überlastet sein, was einzelne Messungen beeinflusst. Mehrere Tests über den Tag verteilt geben ein besseres Gesamtbild.
Manche Router arbeiten mit älteren Standards oder müssen kalibriert werden. Überprüfen Sie, ob Ihr Router-Modell für DSL-Geschwindigkeiten in Ihrem Tarif ausgelegt ist. Ein sehr alter Router kann schnellere Leitungen bremsen, auch wenn Sie per LAN-Kabel messen.
Messergebnisse richtig interpretieren
Ihr Internetvertrag garantiert typischerweise keine konstante Höchstgeschwindigkeit, sondern eine 'Mindestgeschwindigkeit' oder einen 'bis zu'-Wert. In der Regel darf die tatsächliche Geschwindigkeit um bis zu 10 Prozent unter dieser Angabe liegen, ohne dass ein Reklamationsrecht besteht. Messen Sie also an verschiedenen Tagen und Uhrzeiten mehrmals, um einen stabilen Durchschnittswert zu ermitteln.
Die Latenz (Ping-Wert) ist ebenso wichtig wie die Download-Geschwindigkeit, besonders für Online-Gaming und Videokonferenzen. Ein Ping unter 50 Millisekunden gilt als gut, alles über 100 Millisekunden beeinträchtigt interaktive Anwendungen spürbar. Wenn Ihre LAN-Messung eine hohe Latenz zeigt, liegt das Problem eher beim Provider oder dem DSL-Weg zum Router als bei Ihrem Heimnetz.
Sollte Ihre Messung mit LAN-Kabel deutlich unter dem Vertragswert liegen, ist das ein Anhaltspunkt für ein echtes Netzwerk-Problem. Dann lohnt sich ein Anruf beim Kundendienst. Bringen Sie die Messergebnisse mit und erwähnen Sie, dass Sie per LAN-Kabel gemessen haben. Das macht klar, dass es nicht an Ihrer WLAN-Ausstattung liegt.
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