ePA-Markt wächst: Mehr Anbieter, mehr Wettbewerb
Die elektronische Patientenakte wird von Jahr zu Jahr zur Realität. Bisher hatten nur wenige Anbieter die Gelegenheit, eine ePA zu betreiben. Jetzt kündigte ein großer Telekommunikationskonzern an, selbst in den Markt einzusteigen. Das bedeutet mehr Wettbewerb, aber auch neue Fragen: Was bringt das den Patienten konkret, und wie unterscheiden sich die verschiedenen ePA-Angebote?
Warum der ePA-Markt jetzt attraktiv wird
Die elektronische Patientenakte ist keine Zukunftsvision mehr. Seit mehreren Jahren können Patienten ihre medizinischen Daten digital speichern und verschiedenen Leistungserbringern zur Verfügung stellen. Mit der wachsenden Akzeptanz wird die ePA auch für neue Unternehmen interessant. Ein etablierter Telekommunikationsanbieter mit großer Kundenbasis hat erkannt, dass hier ein Markt entsteht, in dem sich Differenzierung lohnt.
Für Patienten ist das grundsätzlich positiv: Mehr Anbieter bedeuten mehr Auswahlmöglichkeiten. Allerdings stellt sich die Frage, welcher Anbieter wirklich die beste Lösung bietet und wie sicher die verschiedenen Systeme miteinander kommunizieren.
Das Angebot wird breiter, die Verwirrung wächst
Bisher gab es eine überschaubare Anzahl von ePA-Anbietern. Mit dem Eintritt eines großen Telekommunikationskonzerns wird das Angebot diverser. Das ist grundsätzlich eine gute Entwicklung für den Wettbewerb. Der Nachteil: Patienten müssen sich jetzt bewusst für einen Anbieter entscheiden und können nicht einfach davon ausgehen, dass alle ePA-Systeme gleich gut miteinander funktionieren.
Ein wichtiger Punkt ist die Interoperabilität. Die Systeme verschiedener Anbieter müssen nahtlos zusammenarbeiten, damit eine ePA ihren Sinn erfüllt. Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser benötigen Zugang zu den Daten, unabhängig davon, bei welchem Anbieter die Akte gespeichert ist. Wie gut das in der Praxis funktioniert, wird sich erst nach dem Start zeigen.
Datenschutz und Sicherheit sind zentrale Fragen
Wenn ein neuer Akteur in den ePA-Markt eintritt, entstehen automatisch Fragen zum Datenschutz. Medizinische Daten gehören zu den sensiblesten Informationen, die ein Mensch speichert. Jeder neue Anbieter muss hohe Standards erfüllen und muss dies auch transparent kommunizieren. Die bisherigen Anbieter haben Jahre investiert, um Vertrauen aufzubauen.
Ein Telekommunikationsanbieter bringt allerdings auch Erfahrung mit der Verwaltung sensibler Daten mit sich. Gleichzeitig müssen Patienten selbst evaluieren können, welchem Anbieter sie ihre Gesundheitsdaten anvertrauen möchten. Hier ist Transparenz von regulatorischer Seite gefordert.
Praktische Konsequenzen für Patienten
Konkret ändert sich für bereits registrierte ePA-Nutzer möglicherweise nicht viel. Sie können ihre bestehende Akte weiterhin verwenden. Neue Patienten haben künftig mehr Optionen bei der Wahl des Anbieters. Das kann bedeuten, dass sie einen Anbieter wählen, der ihnen unter anderem aufgrund eines integrierten Kundenzugangs über andere digitale Services näher liegt.
Langfristig könnte der Wettbewerb dazu führen, dass ePA-Systeme benutzerfreundlicher werden und der Datenaustausch zwischen verschiedenen Anbietern besser klappt. Es ist aber auch denkbar, dass sich Fragmentierung ergibt, wenn die Systeme nicht optimal zusammenarbeiten. Patienten sollten bei ihrer Wahl darauf achten, wie gut ein Anbieter in ihrem Umfeld (Apotheken, Ärzte vor Ort) angebunden ist.
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