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Terahertz-Scanner: Halbleiter kontaktlos untersuchen

Stand: April 2026
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Redaktion internet-verfuegbarkeit.de

Forscher haben eine neue Methode entwickelt, um Halbleiter kontaktlos zu untersuchen: Mit Terahertz-Strahlung lassen sich die inneren Strukturen von elektronischen Komponenten sichtbar machen, während diese aktiv arbeiten. Das Besondere daran ist, dass die Strahlung sogar durch das Gehäuse hindurchdringt. Bislang funktioniert das Verfahren zuverlässig bei groben Strukturen, doch die Technik könnte die Elektronik-Entwicklung erheblich voranbringen.

Was Terahertz-Strahlung kann

Terahertz-Strahlung liegt im elektromagnetischen Spektrum zwischen Mikrowellen und Infrarot. Diese Wellenlänge ermöglicht es, tief in Materialien einzudringen, ohne sie zu beschädigen oder elektrisch zu belasten. Anders als sichtbares Licht oder Röntgenstrahlung kann Terahertz-Strahlung durchsichtige und halbleitende Materialien durchdringen und dabei Informationen über ihre innere Beschaffenheit liefern.

Die Strahlung erzeugt dabei keine ionisierende Wirkung, weshalb sie Halbleiter nicht beschädigt. Das macht sie besonders wertvoll für die Analyse von Komponenten während des Betriebs. Forscher können mit dieser Methode beobachten, wie Strom fließt und wie sich Ladungen in den Strukturen bewegen, ohne die Funktion zu beeinträchtigen.

Abbildung des p-n-Übergangs im Betrieb

Der p-n-Übergang ist das Herzstück jedes Halbleiters: Dort treffen unterschiedlich dotierte Halbleiterschichten aufeinander und ermöglichen den kontrollierten Elektronenfluss. Mit konventionellen Methoden lässt sich dieser Übergang nur in abgebauten oder beschädigten Komponenten untersuchen. Die Terahertz-Technologie ändert das grundlegend.

Indem Terahertz-Strahlung die Halbleiter durchdringt, können Forscher den p-n-Übergang aktiver Bauteile in Echtzeit abbilden. Sie sehen nicht nur die statische Struktur, sondern auch die dynamischen Vorgänge beim Stromfluss. Das ermöglicht völlig neue Einblicke in das Verhalten von Halbleitern unter realistischen Bedingungen. Bisher gelingt die Abbildung bei groben Strukturen zuverlässig, feinere Details erfordern noch weitere Entwicklung.

Durchdringung von Gehäusen

Ein großer praktischer Vorteil liegt darin, dass Terahertz-Strahlung Kunststoff- und Keramikgehäuse durchdringt. Das bedeutet, dass Halbleiter nicht mehr aus ihrem Gehäuse ausgebaut werden müssen, um untersucht zu werden. Dies spart Zeit, Kosten und reduziert das Risiko, empfindliche Komponenten zu beschädigen.

Dadurch entsteht eine neue Möglichkeit für Quality-Assurance in der Halbleiterfertigung: Hersteller können Komponenten in ihrem finalen Zustand überprüfen, ohne sie zu öffnen. Das ist besonders wertvoll für die Qualitätskontrolle und für die Analyse fehlerhafter Bauteile. Wer wissen möchte, ob ein Halbleiter intern Schäden oder Fertigungsfehler aufweist, kann dies künftig nicht-destruktiv testen.

Perspektiven und aktuelle Limitierungen

Die Technologie befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Zwar funktioniert die kontaktlose Abbildung bei groben Strukturen zuverlässig, doch moderne Halbleiter mit Strukturgrößen im Nanometer-Bereich erfordern höhere Auflösung. Die Wellenlänge von Terahertz-Strahlung begrenzt derzeit die erreichbare Präzision. Forscher arbeiten daran, diese Grenzen zu verschieben, zum Beispiel durch verbesserte Detektoren und präzisere Messmethoden.

Dennoch eröffnet sich ein vielversprechendes Anwendungsfeld: In der Chipentwicklung könnte das Verfahren zukünftig helfen, Funktionsstörungen schneller zu diagnostizieren und Designs zu optimieren. Auch in der Reparatur und im Recycling von Elektronik könnte die kontaktlose Analyse einen Mehrwert bieten. Über die nächsten Jahre wird sich zeigen, ob und wie schnell die Technologie zur Serienreife gelangen kann.

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